Über die Frakturschrift zu schreiben, ohne sie zu benutzen, ist nicht einfach.

Fest steht, daß Fraktur die Amtsschrift im Deutschen Reich ist. Früher - also bis 1941, als Goebbels sein "Frakturverbot" durchsetzte, 1943 noch durch einen "Führerbefehl" bekräftigt - war das ganz normal. Die Redensart vom "Fraktur reden" legt davon Zeugnis ab: ausdrückliche, deutliche, gültige, kurz: amtliche Aussagen sind damit gemeint.

Briefe, Plakate, Aushänge etc. mit solch amtlichem oder gar hoheitlichem Inhalt MÜSSEN in Deutschland in Frakturschrift verfasst werden.

Kein Problem, wird jetzt mancher denken: Heute hat jedes Schreibprogramm die Möglichkeit, jeden Text "ganz einfach" in Fraktur zu übersetzen. Das ist zunächst richtig. Und falls Sie sie noch nicht besitzen:

Die "offizielle" Schriftart Fraktur können Sie hier herunterladen und zu Ihren Schriftarten hinzufügen.

 

Allerdings braucht es dennoch ein wenig Eigeninitiative von Ihnen, mit der Amtsschrift umzugehen, denn:

  • Ein durchschnittliches Textprogramm liest Ihnen nicht die eingehende Post vor. Also müssen Sie Fraktur LESEN können.

  • Die Frakturschrift folgt diversen Regeln, die ausschließlich für die Frakturschrift gelten. Also ist es für den Schriftverkehr erforderlich, diese Regeln wenigstens in den Grundzügen zu beherrschen.

  • Die Fraktur kennt Buchstaben und -kombinationen, die es im gewohnten, lateinischen Schriftbild nicht gibt. Auch diese werden Sie schlicht erlernen müssen.

Wer zum ersten Mal einen Frakturtext liest, dem "tränen die Augen": das ungewohnte Schriftbild sorgt bald dafür, daß die überforderten Sehnerven sich anderen Objekten zuwenden möchten. Aber das vergeht von allein, wenn Sie ein wenig Übung haben. Und letztlich hat ein Frakturtext immer auch etwas von einem Kunstwerk.

 

Hier finden Sie die aktualisierten und vorläufig verbindlichen Regeln der Frakturschrift. Wer es präziser mag,

dem sei diese explizite Ausarbeitung empfohlen. Und für allerhöchste Ansprüche hier ein Link zum BFDS.